"Protest gegen den Bau des Reinstsiliziumwerkes in Dresden - Gittersee 1988/89 - ein Planspiel"

 

20 Jahre Friedliche Revolution in Dresden einmal anders

Ein Planspiel des HEG in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden

Zurück zum Ursprung der Geschichtsschreibung hieß es für uns bei dem Angebot im Sächsischen Hauptstaatsarchiv. 1989 Dresden-Gittersee: Erst sind es nur einzelne Beunruhigte, dann Hunderte und zum Schluss mehrere Tausend, die gegen den Bau eines Reinstsiliziumwerkes auf dem ehemaligen Bergbaugebiet der SDAG Wismut protestieren. Demonstranten werden verhaftet, Versammlungen verboten. Doch regelmäßig finden in den Kirchen Dresdens Bittgottesdienste für die bedrohte Schöpfung statt.

Dies ist die historische Situation, in die wir Schüler des Workshops "Planspiel Gittersee" uns hineinversetzt fühlten. In diesem möglichen historischen Raum hieß es nun, aus verschiedenen Perspektiven zu agieren. Weshalb entwickelte die Protestbewegung eine solche Kraft? Warum hielten die Kommunalpolitiker am Bau des Werkes fest? Wieso sprach sich ein Großteil der ehemaligen Bergarbeiter für einen Bau aus - und welche Ängste und Hoffnungen bewegten die Einwohner Gittersees? Viele Fragen, deren Antworten in authentischen Quellen aus den Beständen verschiedener Dresdner Archive gewonnen werden konnten.


So heiß die Diskussionen um den Bau oder Nichtbau des Werkes auch in unserem Spiel liefen - wir waren die erste Gruppe, der es gelang, eine Eskalation der Ereignisse zu vermeiden! (Dank vor allem unserem "Oberbürgermeister" Herrn Lüttwitz!) Damit liegt unser Spielergebnis sehr nah an den tatsächlichen Ereignissen vom November 1989.

Natürlich waren wir am Ende neugierig, wo und wie diese ganzen Zeitzeugnisse aufbewahrt und gelagert werden. Frau Petrasch - Archivarin des HStA -  gewährte uns so abschließend noch einen Einblick in ihre heiligen Hallen und holte so manchen Schatz aus unscheinbaren Kartons und Mappen hervor.